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Bürger besichtigen Holzhackschnitzelheizwerk der Stadtwerke...
Wärmendes Schmuckstück
Bürger besichtigen Holzhackschnitzelheizwerk der Stadtwerke
Überlingen (emb) Riesige Hackschnitzellager, laut brummende Maschinen und eine interessante Technologie: Rund zwei Dutzend Interessierte haben sich bei einer öffentlichen Begehung durch das Holzhackschnitzelheizwerk der Stadtwerke Überlingen (SWÜ) führen lassen. Vornehmlich handelte es sich bei den Besuchern um Bewohner des Schättlisbergs, deren Häuser mit der Holzhackschnitzelanlage beheizt werden.
Leiter Karl-Heinz Marx zeigte sich bei der Besichtigung sehr stolz ob des „sehr besonderen Gebäudes“. Es sei, fand Marx, ein richtiges Schmuckstück, gerade im Gegensatz zu anderen Heizwerken, bei denen es sich teilweise um bessere Schuppen handle. Gebaut wurde die Anlage bei der Überlinger Auffahrt zur B31 beim Krankenhaus auf dem sogenannten „Überlinger Ohr“ im Jahre 1998, die Inbetriebnahme erfolgte ein Jahr später.
„Der Gemeinderat, der Bürgermeister und der technische Ausschuss haben damals sehr weitsichtig gehandelt“, lobt Marx. Erst in den vergangenen fünf bis sechs Jahren sei das Bewusstsein für eine nachhaltige Energiepolitik gewachsen. „Da war Überlingen im Jahre 1998 wirklich Vorreiter.“ Das Holz, das in der Hackschnitzelanlage verheizt werde, stamme ausschließlich aus Wäldern des Spital- und Spendenfonds, sagte Marx. „Das hat den Vorteil, dass wir sehr kurze Wege haben, während Öl aus fernen Ländern importiert werden muss.“
Eine Anwohnerin sorgte sich aber dennoch um „Mutter Erde“ und erkundigte sich, wie das Abholzen des Waldes denn zu verantworten sei. Marx beschwichtigte: „Die Bäume wachsen schneller nach, als wir verheizen.“ Und das Holz, das in Hackschnitzel umgewandelt wird, könne aufgrund seiner mangelnden Qualität von der Industrie ohnehin nicht weiterverarbeitet werden.
Das Holzhackschnitzelkraftwerk versorgt das Salem College, das Krankenhaus, das Facharztzentrum, die Diakonie, das Ärztehaus und etwa 180 Wohneinheiten mit Energie. „75 bis 80 Prozent des gesamten Bedarfs werden mit dem Holz, der Rest mit Erdgas abgedeckt“, erklärt Marx. Erdgas komme dann zum Einsatz, wenn die Temperaturen unter acht Grad sinken. „Dann reicht die Heizkraft der Hackschnitzelanlage nicht mehr voll aus.“
Quelle: Südkurier, 15.09.2011